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Die Quintessenz des Medientrainings in drei Kapiteln

Sprechen Sie mit Journalisten oder geben ein Interview, dann befinden Sie sich auf dem Spielfeld des Journalisten. Das gilt für den Print ebenso wie für den Typen vom Fernsehen.

In Gesprächssituationen mit Journalisten gelten journalistische Regeln.

Der Journalist kennt sie. Sie sollten Sie kennen, um nicht die ganze Sache im Nachhinein zu bereuen. Journalisten sind weder ihre Feinde noch ihre Freunde, sie haben einen (wichtigen) Job zu erledigen. Wie sie den erledigen, das ist Interpretationssache. Grundsätzlich empfehlen wir unsern Mandanten immer den Kontakt zu Journalisten zu suchen. Vorausgesetzt, sie wissen, wie das mediale Spiel funktioniert UND sie sind vorbereitet. Mal eben so nebenbei funktioniert nicht. Also nicht für Sie. Für den Journalisten schon, denn der hat immer ein Heimspiel.

1. Sie kennen die Spielregeln

Ihre Presseabteilung hat sicherlich ganze Arbeit geleistet. Sie wissen was der Anlass eines Gesprächs ist, sie haben Beiträge des Journalisten gelesen, sie wissen welche anderen Protagonisten im Rahmen des Beitrags/Artikels zu Wort kommen, sie kennen den geplanten Erscheinungstermin und die Kanäle, auf denen veröffentlicht werden soll.

Nur so wird klar, was der Journalist eigentlich von ihnen will. Und erst jetzt können Sie entscheiden, ob sich seine Erwartung mit ihrer Bereitschaft deckt und ob sie ins öffentliche Gespräch gehen möchten. Wir raten unseren Mandanten – siehe oben – grundsätzlich zur Transparenz. Es gibt allerdings Ausnahmen. Über die schreiben wir nicht, in unseren Vorträgen zum Thema Krisenkommunikation reden wir allerdings darüber.

Dass Sie vorab die Fragen geschickt bekommen, davon haben wir in Einzelfällen gehört. Das wundert uns auch ein wenig. Die Regel ist das nach wie vor nicht. Es zeigt aber, dass es dem Journalismus nicht immer gut geht.

Zum Spiel gehört, dass der Journalist das letzte Wort hat. Was er veröffentlicht, muss nicht ihrer Meinung entsprechen. Was er von Ihnen veröffentlicht, einen O-Ton oder ein Zitat, das sollte nicht aus einem Zusammenhang gerissen oder sinnentstellend eingesetzt werden. Journalisten halten sich daran. Es gibt aber auch Ausnahmen. Stimmen Sie einem Interview zu, wird ihnen in Deutschland das transkribierte Gespräch noch einmal zur Freigabe vorgelegt. Nur das. Alles, was der Journalist kommentierend, einleitend oder abschließend dazu geschrieben hat, entzieht sich ihrer Einflussnahme.

Wenn Sie nachträglich eine Aussage anders gewichten oder ihrer ursprünglichen Intention gemäß neu formulieren möchten und das auch begründen, dann funktioniert das reibungslos – in Deutschland. Britische Journalisten lachen sich über so viel Abstimmung kaputt. Dort zählt ausschließlich das gesprochene Wort. Das gilt übrigens auch in Deutschland, wenn Sie Radio- oder TV-Interviews geben. Live oder nicht live spielt dabei keine Rolle, es darf gesendet werden, was mitgeschnitten wurde.

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2. Fragentypen sind eine Typenfrage

Es gibt offene, geschlossene, halb geschlossene, suggestive, persönliche und aneinandergereihte Fragen. Jeder Fragentyp hat seinen Sinn und wird von Journalisten mehr oder minder gewieft eingesetzt.

Wer offen fragt, bietet Raum und Zeit an. Es gibt keinen Grund, das alles anzunehmen.
Wer geschlossen fragt, ist an Meinungen interessiert. Es gibt gute Gründe, grundsätzlich zu antworten. Ebenso gute Gründe gibt es, das Geschenk anzunehmen. Der Anlass entscheidet.

Wer halboffen fragt, will das Gespräch ans Laufen bringen und Sie aus der Reserve locken.

Wer persönlich fragt, findet Sie ganz bemerkenswert. Das muss nicht positiv sein. Eine unternehmerische Antwort auf eine persönliche Frage ist mitunter sehr sinnvoll – es sei denn Sie sind Chris Martin von Coldplay.

Das richtige Medientraining für jeden Typen

Wir geben Ihnen eine erste Einschätzung und beraten Sie mit den richtigen Audits. Melden Sie sich unverbindlich bei Thomas Guntermann.

3. Worte sind wertvoll – Rhetorik

Dazu kann man ganze Seminare buchen. Wir bieten keins davon an. Wobei ich dringend die Lektüre von Aristoteles empfehle. Darin wird eigentlich alles Relevante gesagt. Aristoteles sagte, dass es bei Rednern entweder um Pathos oder um die Ratio gehe. Die einen sprechen die Gefühle an, die anderen den Verstand. Überflüssig zu erwähnen, wen Aristoteles wertschätzte und wen er verachtete. Erfolgreicher waren immer die Pathos-Redner, zumindest was die (Zuhörer)Zahlen angeht. Das ist heute noch so, die sozialen Plattformen belegen das.

Der römische Anwalt und Politiker Cicero hatte immer Respekt vor großen Menschenmengen. Je größer ein Publikum ist, umso dümmer ist es auch, wusste er. Er hatte seine brillantesten Momente im Senat. Kleines Publikum, clevere Leute. (Von denen er die allermeisten zutiefst verachtete – aber das ist eine andere Geschichte).

Wir coachen Kunden, denen Qualität wichtig ist. Das hat nicht zwangsläufig mit Fachtermini und Herrschaftswissen zu tun; eher mit der Fähigkeit, Sachverhalte plausibel und nachvollziehbar formulieren zu können. Wir predigen die K.I.S.S.-Formel. Die ist nicht neu, aber eindeutig. Keep it simple and short.

Die Beatles kannten die Formel auch. In der Musik heißt sie: Keep it simple and sad. Coldplay kennen sie auch. Sie funktioniert heute genauso wie früher – sie klingt nur anders. Darum sollten Sie ihrer Wortwahl weitaus mehr Beachtung schenken als Sie es wahrscheinlich tun. „Worte sind wertvoll“ heißt einer unserer Vorträge. Wenn Informationen, News und Meldungen inflationär sind, macht eine gute, klare Sprache den Unterschied. Das geht auch mit negativen Vorzeichen, jedes zweite Interview von Donald Trump ist ein primitives Beispiel dafür.

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